Unsere Philosophie2018-10-31T21:04:16+00:00

Unsere Philosophie

Unser Erziehungskonzept konzentriert sich in der Frage, wie die Kinder in ihrer aktuellen Lebensphase unterstützt und begleitet werden können. An dieser Fragestellung orientieren sich alle Methoden und Grundsätze, die Gestaltung der Atmosphäre im Kindergarten sowie des gesamten Umfeldes.

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Unsere Philosophie der Erziehung will anknüpfen an hohe Bildungsideale der Vergangenheit. Wie Wilhelm von Humboldt formulierte, kann der Mensch durch das Lernen mehr Mensch werden. Oder wie Novalis sagte, ist es eine hohe Kunst Mensch zu sein. Das streben auch wir an.

Erkenne dich selbst, bevor du Kinder zu erkennen trachtest.“ – Janusz Korczak

Doch wissen wir auch, dass das klassische Bildungsideal einer Erneuerung bedarf.

Denn wir können heute nicht mehr im gleichen Sinne wie vor 200 oder 300 Jahren von einer geprägten Kulturlandschaft sprechen. Wir wissen, dass wir heute die Bedingungen zu schaffen haben, in der Kulturbildung im Sinne einer gesunden Menschwerdung stattfinden kann.

Dies ist heute nur möglich, wenn wir unseren Blick auf das Kind in seinen differenzierten Entwicklungsschritten, leiblich, seelisch und geistig, schulen und vertiefen.

Mit grosser Dankbarkeit blicken wir auf den vor hundert Jahren eingeleiteten Erziehungsimpuls Rudolf Steiners mit seinen unzähligen Anregungen zur Erneuerung der Pädagogik. Wir verstehen die Waldorfpädagogik (Rudolf Steiner Pädagogik) als einen kreativen Erziehungsimpuls, der es uns ermöglicht, neue, zeitgemässe Formen einer Begegnungspädagogik zu entwickeln. Letztere positioniert sich nach unserem Verständnis in der Mitte zwischen der heute üblichen standartisierten und den vielen aktuellen Ansätzen einer freien Erziehung, die das Kind mehr oder weniger sich selbst überlässt.

Spirituelle Grundlagen

Die spirituelle Sicht Rudolf Steiners auf Mensch und Welt hilft uns dabei, Grundlagen zu bilden für ein erstes Verständnis der Kinder im Vorschulalter. Die Pädagogik der Begegnung ist in diesem Alter geprägt vom Vorbild des Erwachsenen und dem zutiefst erlebbaren Nachahmungswillen des Kindes. Denn das Kind ist ein durch und durch lernbereites und bildefähiges Wesen.

Gerade in den ersten Kindheitsjahren sind die Entwicklungsfenster besonders weit geöffnet und es werden umfassende Grundlagen für alle weitere Entwicklung gebildet. Das Kind gestaltet sich sozusagen selbst seine durchseelte und durchgeistigte Leiblichkeit in der Begegnung mit der Welt. Dabei wird das Fundament für die spätere Bewusstseins- und Selbstbewusstseinsbildung gelegt. Zentral dabei ist die Erkenntnis, dass das menschliche Wesen nicht in seine Leiblichkeit eingesperrt ist, sondern sich über seine Umgebung ausgiesst. Von aussen nach innen vollzieht sich die Menschwerdung, bis das Innen im Selbstbewusstsein zur Autonomie erwacht.

Um seinen eigenen Lebensweg finden zu können, braucht das Kind die liebevolle Fürsorge, den Schutz und das Vorbild des Erwachsenen. Die pädagogische Maxime dieses Alters lautet: das Kind lernt in der Hauptsache durch Nachahmung am Vorbild des Erwachsenen. Kinder sollen sich den Sinn des eigenen Handelns, Fühlens und Denkens Schritt für Schritt erschliessen können; dazu bedarf es in der Kindheit und Jugend qualifizierter Vorbilder zur Orientierung und Wegbegleitung.

Zwei Dinge sollen Kinder von ihren Eltern bekommen: Wurzeln und Flügel.“- Johann Wolfgang von Goethe

Das Kind in seiner Ganzheit lebt wollend in der Motorik. Die Tätigkeit der Sinne, das Sprechen und das Denken sind gewissermassen an die Bewegung geknüpft und äussern sich durchgehend am Leib. Dadurch erlebt das Kind die bewegte Welt völlig anders als wir. In der Welt des kleinen Kindes gibt es keinen Stillstand – es gibt nur Verwandlung.

Das Kindergartenkind lebt daher in einer natürlichen Religiösität. Es kann staunen, erlebt Wunder und begegnet der Welt interessiert und vertrauensvoll.

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